12 Inseln – Eine Hommage an Rolf Julius

In unserem musikalischen Schujahresprojekt widmen wir uns der Sichtbarmachung von Klang. Oberflächen werden in Resonanz gebracht und die entstehenden Muster visuell dokumentiert. Leise tönende Lautsprechermembranen, gefüllt mit Pulver aus Kräutern und Blüten, Gewürzen und Farbpigmenten, verteilen ihre Last in einen langsamen Prozess auf umliegende Flächen.

In der Projektwoche vom 25.- 29. November dokumentieren unsere Schüler*innen bei Radio Weser TV ihre Projektanordnungen und Erfahrungen bei der Erstellung von 12 Klanginseln, inspiriert von dem Künstler Rolf Julius (1939-2011) und dem Natur- und Musikwissenschaftler Ernst Florens Friedrich Chladni(1756-1827).

Rolf Julius nahm die Welt zwischen Kunst und Musik mit auf eine Reise, die das Kleine, das Verborgene fokussierte und sich fern hielt von übergroß tönenden Ereignissen und glamourösen Aufmerksamkeiten.



Er hielt Hof mit unscheinbaren Naturgeräuschen, einfachsten elektronischen Klangerzeugern. Wo in der Popwelt der 1980er Jahre Synthesizer und teure Musikstudios für polierte Soundoberflächen sorgten, nutzte Julius den Kassettenrecorder für Aufnahme und Bearbeitung. Musik am Rande des Abbruchs zwischen Signal und Rauschen. Auf seinen späteren CD-Produktionen findet sich der Hinweis, die Musik so leise wie möglich abzuspielen.

Spätestens hier wird deutlich, dass Rolf Julius den Raum, den Hörraum öffnet für das, was sonst auch noch so da ist. Er fängt sein Publikum ein, mal mit einem Tableau aus Lautsprechern und Objekten, mal mit einem Gewirr an Litzen, klingenden Kleinstelektroniken, Schüsseln und Schalen gefüllt mit Asche, Pigmenten, Gewürzen, Platten aus Metall und Glas, das Material ist mal scheinbar verstreut, zerstreut, mal feingliederig aufgereiht und installiert.

Wenn Rolf Julius spielt, dann spielt er. Meist auf dem Boden. Entlässt seine sorgsam gezüchteten Klänge einem ebenso sorgsam behüteten künstlerischen Objektkosmos, oszillierend im Raum zwischen Augen und Ohren.

Spielen als perfekte Voraussetzung

Raus aus dem Klassenraum, Mikrofone und Aufnahmegeräte wollen eingesetzt werden. Wie klingt….?

Im Hinterkopf: Wir entwickeln Klanginseln, kleine Soundinstallationen. Die Kunst: Zwölf Inseln, 12 Klangwelten, 1 Ort.   Die Klasse 10 d der Oberschule Geestemünde legt los. Jede Installation muss handwerklich entwickelt werden, passend zu der eigenen Klangwelt. Die gesammelten Klänge werden digitalisiert. Aus dem Klangmaterial wird eine Collage erstellt. Ein Bach der scheinbar fließt, mit bewegtem Wasser; ein Vulkanausbruch, der durch die Bewegungen der Lautsprechermembran kleine Lavasteine und Blüten in die Luft schleudert; herbstliche Blätterrauschewelt; Bremerhavener Strandatmoshäre trifft auf geheimnisvolle Schritte. Bewegte Membranen treffen auf schwingende Metallplatten, die eine eigene Ornamentwelt im Klang entwickeln.

Lautsprechermodule werden gelötet, für jede Klang-Insel die entsprechende Topografie entwickelt. Wer mag, hört sich die Gesamtkomposition 12 Inseln – Hommage an Rolf Julius beim Durchblättern der Bilderdokumentation an.

12 Inseln:

Die Videodokumentation von Bohdan

Die Videodokumentation von Max Duda

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